Einfach bezahlen mit NFC dargestellt mit Handy, Karte und Bezahlstation

Wie funktioniert das Bezahlen mit NFC?

Johannes Lenz
Aktualisiert am Februar 8, 2025

Das Bezahlen mit NFC gilt heutzutage als die häufigste und sicherste Form der Zahlung in Geschäften vor Ort. Doch viele Leute bemerken gar nicht, dass sie gerade per NFC bezahlen, sondern nennen es einfach mit Karte oder mit dem Handy bezahlen. Doch sehen wir uns die größten Vorteile dieser Zahlungsmethode kurz an:

Natürlich gehen wir auf diese Punkte jetzt noch genauer ein, denn schließlich sind nicht alle Menschen davon überzeugt, dass das Bezahlen mit NFC sicherer und schneller ist. Fangen wir also mit der höheren Sicherheit durch kontaktloses Bezahlen an.

Das Wichtigste in Kürze

Warum kontaktlose Zahlungen sicherer sind

Die Pandemie war ein willkommener Anlass, um die hygienischen Vorteile der kontaktlosen Zahlung kennenzulernen. Zumindest bei der Handyzahlung musst du keine Tastatur mehr bedienen. Wer mit der Karte kontaktlos zahlt, kann bis zum Betrag von 50 € die unhygienische Tastatur am Kassenterminal mit den Keimen hunderter anderer Kunden vermeiden. Das bringt uns direkt zum nächsten Punkt.

Ohne PIN noch sicherer bezahlen

Natürlich kannst du auch mit der Karte kontaktlos bezahlen, doch nur mit dem Smartphone nutzt du alle Vorteile. Denn durch die Bezahlung per Handy sieht niemand deine Karte, wodurch der Nächste in der Kassenschlange oder der Kassier weder deine Kartennummer noch andere Daten deiner Karte erkennen kann.

Dazu kommt noch der riesige Vorteil, dass niemand die Eingabe der PIN an der Kasse beobachtet. Denn du verifiziert die Zahlung mit deinem Gesicht per Face-ID oder per Fingerabdruck bei der Verwendung von Touch-ID. Das alles wird nur durch den NFC möglich.

Schnelleres Bezahlen per NFC

Falls du unter 50 € bezahlst, musst du auch mit der Karte keine PIN eingeben, womit diese Zahlung in 1 bis 2 Sekunden erledigt ist. Beim Handy bezahlen gilt das praktisch auch für höhere Beträge. Schneller kann eine Zahlung auf klassischem Wege wie mit Bargeld niemals passieren. Daher sollten wir jetzt den NFC ein wenig genauer erklären.

Was genau ist NFC?

Was ist NFC dargestellt mit einem Chip symbol und einem Längenmass

Die Abkürzung NFC steht für Near Field Communication, was auf Deutsch wörtlich übersetzt Nahfeldkommunikation heißt. Das erklärt bereits einiges, denn der NFC funktioniert nur bis maximal 10 cm.

Das klingt zwar in Hinblick auf drahtlose Kommunikation zuerst wie ein Nachteil, aber für die Sicherheit einer Zahlung handelt es sich um einen enormen Vorteil. Es funktioniert in der Praxis erst, wenn du die Karte oder das Handy absichtlich direkt ans Terminal hältst.

Die Technik im Hintergrund für Nerds

Auf RFID basierend nutzt die NFC heute 13,56 MHz als Frequenz. Die Daten, ebenso wie die Energie, werden per induktiver Kopplung über ein elektromagnetisches Feld übertragen. Dabei sind Übertragungsgeschwindigkeiten von ungefähr 424 kBit/s möglich. Das reicht für Zahlungen vollkommen aus, weil hier besonders wenige Daten übertragen werden. Jeder Bluetooth-Datentransfer erfolgt wesentlich schneller.

Die NFC in Karten funktioniert deswegen so gut, weil dieser keinen Akku benötigt. Das gilt beispielsweise für Debitkarten und Kreditkarten, die kontaktloses Bezahlen ermöglichen. Die NFC wird erst durch das Terminal aktiviert und schlummert ansonsten tatenlos. NFC wird auch für Zugangssysteme, Smart-Home-Geräte und sogar für die Kopplung von Bluetooth-Geräten verwendet. Dabei erhalten Geräte, wie Kopfhörer, vorab Konfigurationsdaten per NFC übermittelt, bevor eine fixe Bluetooth-Verbindung hergestellt wird.

Eine kurze Geschichte der NFC-Technologie

Die technische Grundlage legte Charles Walton schon 1983 mit ersten Patenten für RFID. Die grundlegenden Spezifikationen für NFC legten die bekannten Elektronikriesen Philips und Sony bereits im Jahr 2002 fest. Der offizielle ISO-Standard wurde aber erst 2003 anerkannt.

Schließlich gründeten die Firmen Philips, Sony und Nokia ein NFC-Forum im Jahr 2004. 2006 brachte Nokia das erste NFC-fähige Mobiltelefon heraus, nämlich das Nokia 6131. Danach dauerte es leider bis 2011, als Google Wallet die mobile Zahlungsmethode per NFC erschuf. Wie alle Veränderungen benötigte auch diese Neuerung viel Zeit, um in den Köpfen der Menschen Platz zu finden.

Deswegen kam der Durchbruch erst im Jahr 2015 für die Verbreitung auf allen Smartphones, sowohl mit Android als auch mit iOS. Seit den frühen 2020er-Jahren enthalten mehr als 90 % aller Smartphones NFC-Technologie, welche kontaktloses Bezahlen ermöglicht. Heute trifft das auch auf fast alle Bezahlkarten und Smartwatches zu.

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FAQs zu NFC-Zahlungen

Halte entweder deine Karte oder dein für die NFC-Zahlung entsperrtes Smartphone an das Kassenterminal. Je nach Betrag musst du bei der Kartenzahlung per NFC deine PIN eingeben. Beim Smartphone bestätigst du die Zahlung per PIN, Touch-ID oder Face-ID direkt am Handy.

Du kannst die Google oder die Apple Wallet mit einer oder mehreren Bezahlkarten verbinden. Diese Apps sollten auf deinem Smartphone schon vorinstalliert sein. Inzwischen kannst du über Tap to Pay etwa mit SumUp sogar Zahlungen auf deinem Handy per NFC empfangen.

Normalerweise sollte es automatisch auf jedem modernen Smartphone aktiviert sein. Aber es gibt im Kontrollzentrum einen Button zum Ein- und Ausschalten. Das funktioniert auch in den Einstellungen deines Handys.

Bis zu einem Betrag von 50 € zahlst du per NFC ohne PIN. Das funktioniert fünfmal. Danach erfordert jede höhere Zahlung eine Zwei-Faktor-Authentifikation, wie durch die Touch-ID oder Face-ID am Handy. Das höchste Zahlungslimit hängt dann von deiner Bank oder deiner Karte ab. Das gilt aber nur in Europa. In anderen Kontinenten kann es hier Limits geben.

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