Bei der IBAN handelt es sich um eine internationale Bankkontonummer. Diese enthält nicht nur dein Bankkonto, sondern auch die Bank und dein Land. Deswegen funktionieren mit der IBAN nicht nur Überweisungen heutzutage viel schneller als früher, sondern auch wesentlich fehlerfreier. Denn die IBAN enthält sogar eine Prüfziffer, damit Tippfehler sofort auffallen.
Das wichtigste in Kürze
- Die IBAN ist eine eindeutige, internationale Kontonummer.
- Die IBAN steht auf deiner Kontokarte, am Kontoauszug oder in der Banken-App.
- In der EU kannst du nur mit der IBAN alle Überweisungen erledigen.
- Die IBAN hat höchstens 34 Stellen: 2 Stellen für den Ländercode, 2 Prüfziffern, danach BLZ und Kontonummer je nach Land unterschiedlich lang.
Wie die IBAN entstanden ist
Unsere kleine Geschichte über die IBAN beginnt schon in den 80er-Jahren. Damals gab es noch die sogenannte EWG, die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, die schon 1957 mit dem römischen Vertrag gegründet wurde. Jedes Land hatte allerdings eigene Kontensysteme.
Überweisungen ins Ausland waren nicht immer einfach. Daraus entstand die Idee, ein einheitliches System zu schaffen, was bei so vielen Ländern in Europa nicht einfach ist, wie wir aus den vielen Uneinigkeiten in der EU wissen.
Erst 1997 wurde endlich ein einheitlicher IBAN-Standard laut ISO 13.616 definiert. Doch so schnell schießen die Preußen nicht. Denn danach dauerte es noch weitere 10 Jahre, bis 2007 die IBAN zum verpflichtenden einheitlichen Standard für internationale Überweisungen wurde.
Schließlich startete 2008 genau am 28.1. das SEPA-System, wodurch auch Deutschland sowie Österreich die Kontonummern in die IBAN umwandelten. Wie das genau geschah, erklären wir weiter unten noch.
Weniger bekannt ist hingegen, dass erst 2014 die Kontonummern und Bankleitzahlen ganz verschwanden. Erst ab 1.2.2016 konnte offiziell der Status “IBAN-only” für die ganze EU ausgerufen werden. Dadurch wurde der BIC für Überweisungen in der Europäischen Union überflüssig.
So wird die IBAN aus der Kontonummer berechnet
Die vorhin genannte Norm ISO 13.616 legt genau diese Umrechnung einheitlich für den gesamten SEPA-Raum fest. Maximal hat die IBAN 34 Stellen, die nur in ausgedruckter Form in 4er-Blöcke zur leichteren Lesbarkeit unterteilt werden. Digital handelt es sich immer um einen Zeichen-Block.
Der Standard für den Aufbau lautet wie folgt:
- Anzahl der Stellen: Deutschland hat immer 22 Stellen, die Schweiz hat 21 Stellen und Österreich 20 Stellen.
- Zweistelliger Ländercode: Das ist DE für Deutschland, CH für die Schweiz und AT für Österreich.
- 2 Prüfziffern: Diese wird nach dem ISO-7064-Mod-97-10-Algorithmus berechnet. Die Bankensoftware erkennt aufgrund dieser Prüfziffern, ob es einen Tippfehler gibt oder ob die IBAN stimmen kann.
- Bankleitzahl: Hier kommt es bereits zu den ersten Abweichungen in der Stellenanzahl. Die deutsche IBAN enthält 8 Stellen für die BLZ. In Österreich sind es nur 5 Stellen.
- Kontonummer: Diese hat in Deutschland 10 Stellen, während die österreichische IBAN 11 Stellen dafür reserviert.
Wann du den BIC angeben musst
In der Europäischen Union wurde die BIC bereits überflüssig, aber es existieren auch Länder im SEPA-Raum, die nicht zur EU gehören. Für Überweisungen in diese Länder oder falls jemand dir von dort Geld überweisen möchte, benötigst du oft, aber nicht immer, auch den BIC.
Denn, wie immer, bestätigen unzählige Ausnahmen die Regeln, wobei Großbritannien seit dem BREXIT die bekannteste Sonderregel sein sollte. Beachte aber, dass alle folgenden Regeln nur für Euro-Überweisungen gelten und nicht etwa für Transaktionen in GBP:
- Vereinigtes Königreich: Seit dem BREXIT im Jahr 2020 gehört die IBAN mit dem Länderkennzeichen GB eigentlich nicht mehr zur EU. Aber an den SEPA-Überweisungen ohne BIC hat sich nichts geändert.
- Norwegen, Liechtenstein und Island sind Mitglieder des EWR der EFTA, aber nicht in der EU. Bei der EFTA handelt es sich um die Europäische Freihandelsassoziation. In Euro benötigst du wiederum nur die IBAN, aber für Überweisungen in ISK, NOK oder CH wird der BIC verlangt.
- Vatikanstadt, Monaco, San Marino und Andorra: Diese Kleinstaaten haben sich durch andere Verträge ins SEPA-System integriert. Es gilt wieder EUR-Überweisungen ohne und alle anderen mit BIC.
- Die Schweiz trat dem SEPA-Raum 2015 bei und verwendet heute für alle Überweisungen in Euro nur noch die IBAN. Schweizer Franken werden mit dem zusätzlichen BIC versandt.
- Der Kosovo und Montenegro überweisen zwar in Euro, aber gehören nicht zum SEPA-Raum. Du musst also immer auch den BIC angeben.
- Die Färöer-Inseln und Grönland, das immer noch zu Dänemark gehört, sind keine SEPA-Mitglieder, haben aber eine IBAN (FO und GL) und eine eigene Landeswährung. Du musst also mit BIC überweisen.
- Das international nicht anerkannte Nordzypern hat dennoch immer noch die türkische Lira und keine IBAN. Es werden türkische IBANs mit TR verwendet. Dazu musst du noch den BIC oder SWIFT-Code sowie die Empfängeradresse angeben.
- Dazu kommen sämtliche weiteren Länder, die eine IBAN verwenden und andere Währungen haben. Dort musst du immer einen BIC angeben.
Welche Länder nutzen das IBAN-System?
Die IBAN-Teilnehmer umfassen eine Vielzahl von Ländern, darunter alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU), viele Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) und der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) sowie einige weitere Ausnahmeländer und Kleinstaaten.
Diese Länder haben das IBAN-System eingeführt, um den internationalen Zahlungsverkehr zu vereinfachen und zu standardisieren. Die IBAN sorgt dafür, dass Banküberweisungen schneller und sicherer abgewickelt werden können, indem sie eine einheitliche Kontostruktur bereitstellt.
Es ist wichtig zu beachten, dass nicht jedes Land weltweit eine IBAN verwendet. Jedoch gibt es eine Vielzahl an Staaten, die dieses System übernommen haben. Für eine vollständige Übersicht der IBAN-Teilnehmer und ihrer Ländercodes kannst du dir unsere IBAN-Länderliste anschauen.
FAQs - häufig gestellte Fragen zur Iban
Die maximale Länge einer IBAN beträgt laut ISO-Norm 13.616 höchstens 34 Zeichen. Die kürzeste IBAN stammt aus Norwegen mit 15 Stellen und die längste aus Malta hat derzeit 31 Zeichen.
In Deutschland und Österreich findest du deine IBAN auf der Vorderseite oder auf der Rückseite deiner Kontokarte. Dabei spielt es keine Rolle, ob du eine Debitkarte hast, die direkt mit Konto verbunden ist, wie bei der Sparkasse oder Raiffeisen, oder eine Kreditkarte.
Der BIC steht für Bank Identifier Code und bezeichnet die Bank. Bei SWIFT handelt es sich aber eigentlich um ein Kommunikationssystem zwischen mehr als 11.000 Banken weltweit in über 200 Ländern. Es steht für Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication. Der BIC wird im SWIFT-System zur Erkennung der Banken verwendet und daher oft auch als SWIFT-Code bezeichnet.
Aktuell haben 88 Länder und Territorien eine eigene IBAN, die du alle oben in unserer vollständigen Liste findest. Mit Territorien sind Gebiete wie Grönland gemeint, das eigentlich zu Dänemark gehört, aber dennoch eine eigene IBAN, nämlich GL hat.
Nein, in der Europäischen Union funktionieren alle SEPA-Überweisungen nur mit der IBAN. Bei allen anderen Ländern musst du rein theoretisch einen BIC und manchmal sogar die Empfängeradresse angeben. Das wurde leider bisher nicht einheitlich geregelt.
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